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Giftköder: wenn der Hund etwas Giftiges gefressen hat

Einmal nicht aufgepasst und schon hat der Hund etwas Giftiges gefressen. Das kann im Freilauf schnell passieren, aber auch im Haushalt. Rattengift, Schneckenkorn, Schokolade, Weintrauben oder andere Gifte führen laut Tierärztin Sonja Schirmer aus Hamburg am häufigsten zu Vergiftungen bei Hunden. Dabei sind die Symptome nicht immer gleich.

Vergiftungen können leider sehr unspezifisch sein, oft treten Erbrechen, Durchfall und neurologische Symptome auf“, so Sonja Schirmer.

In Parks werden am häufigsten Giftköder ausgelegt - von Hundehassern, psychisch gestörten Menschen. Diese Giftköder sind zum Beispiel als Fleischstücke getarnt, als Leberwurst oder auch als Hundetrockenfutter. Im Inneren dieser präparierten Lockmittel können Rasierklingen, Glassplitter, Nägel oder Nadeln versteckt sein, aber auch Gifte wie Rattengift oder Schneckenkorn. Da Hunde ihr Fressen meist herunterschlingen, sind sie alle gleichermaßen gefährdet, sich an diesen präparierten Brocken zu vergiften. Besonders anfällig sind Welpen und Junghunde, die schon aus reiner Neugier alles Mögliche in ihre Schnauzen nehmen.

Das ist zu tun, wenn der Hund Gift gefressen hat

Liegt offenbar eine Vergiftung vor: Ruhe bewahren und keine Panik bekommen. Wenn vorhanden, restliche Substanz des Giftes mitnehmen, in der Tierarztpraxis anrufen und sich anmelden und zügig zum Tierarzt.

Als Laie kann man leider viel falsch machen.

Durch die Vielzahl der Stoffe, die zu einer Vergiftung führen können, ist es für den Laien im Notfall unmöglich, gezielt zu helfen. Wichtig ist es, nicht nur selbst Ruhe zu bewahren, sondern diese auch dem Hund zu vermitteln und zu zeigen, dass man für ihn da ist.

Die Bundestierärztekammer rät folgende Erste-Hilfe-Maßnahmen: Ist das Tier bewusstlos, sollte es flach auf die Seite gelegt und sein Kopf so gedreht werden, dass Erbrochenes und Speichel aus dem Maul laufen können. Achtung: Den Hund auf keinen Fall zum Erbrechen bringen! Erstens ist es bei einem Hund nicht möglich, mit der Finger-in-den-Hals-Methode das Erbrechen auszulösen. Und zweitens kann es auch gefährlich sein, wenn etwa der giftige Mageninhalt nach oben kommt. Auch das Einflößen von Milch oder Öl sollte unterlassen werden, denn die Aufnahme mancher Giftstoffe wird dadurch noch beschleunigt. Ölverschmierte Fellbereiche sollten noch vor dem Transport zum Tierarzt geschoren werden.

Das kann der Tierarzt bei Vergiftungen tun

Ob eine Behandlung erfolgreich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa von der Art des aufgenommenen Giftes oder dem Zeitraum zwischen Aufnahme und Behandlung. In der Regel kann der Tierarzt oder die Tierärztin aber viel für den Patienten tun: Er kann die Symptome behandeln und den Kreislauf stabilisieren. Gleichzeitig leitet der Tierarzt Maßnahmen ein, um das Gift auszuscheiden – beziehungsweise, um eine weitere Aufnahme des Giftes zu verhindern.

Welche Maßnahmen das sind, hängt von der Art der Giftaufnahme ab: Bei über den Magen aufgenommenen Stoffen können Brech- und Durchfallmittel, Magenspülungen, Einläufe oder Mittel, die das Gift an sich binden, eingesetzt werden. Mit Infusionen kann dem Körper außerdem Flüssigkeit zugeführt werden, die hilft, die Giftstoffe zu verdünnen und aus dem Organismus auszuschwemmen.

Der beste Schutz vor Giftködern: Aufpassen

Schutz vor solchen Giftködern können spezielle Trainings bieten. Das sind die wichtigsten Punkte beim Giftködertraining:

  • Schon bei der Grunderziehung ist es wichtig, dem Hund beizubringen, nicht alles vom Boden aufzuheben und ins Maul zu nehmen. Dabei legst du nicht ganz so attraktive Leckerlis aus. Will dein Hund eines davon aufheben, reagierst du zum Beispiel mit „nein“. Schaut dein Hund dich an, wird er belohnt, etwa mit „schau“. Mit „schau“ soll der Blickkontakt verstärkt und belohnt werden. Dann gibt es außerdem ein extrem begehrtes Leckerli. So lernt dein Hund, dass es die wirklich guten Sachen von dir gibt und diese nicht auf dem Boden herumliegen.

  • Um das schnelle Herunterschlingen von gefundenem Fressen zu vermeiden, soll man seinen Hund nicht anschreien, wenn er etwas ins Maul nimmt. Denn dann schlingt er es nur umso schneller herunter aus Angst, dass es ihm weggenommen wird. Ein Ratschlag beim Giftködertraining ist es, einen größeren Kauartikel mit auf die nächste Gassirunde zu nehmen und ihn zu verstecken. Findet der Hund diesen, gibt es ein Lob und er soll vor dem Fund absitzen. Dafür gibt es dann ein Lieblingsleckerli.

  • Tauschen üben. Das ist ja ohnehin Teil der Grunderziehung. Wenn der Hund etwas Leckeres im Maul hat, soll das Kommando „gib“ kommen, und er erhält dafür etwas anderes Spannendes.


Einige Hundeschulen bieten ein solches Giftködertraining an. Andere Hundetrainer machen es aber nicht, weil der Erfolg umstritten ist. Aus gutem Grund:

Man arbeitet über Belohnungen, und ich belohne ja, dass es sich lohnt, Essbares zu finden. Es kann passieren, dass der Hund erst recht in die Suche geht, um Fressen zu finden“, so Johanna Spahr vom Hamburger Hundetraining HAHUTRA

Die Folge eines solchen Trainings kann sein, dass die Hunde vermehrt nach Fressbarem suchen. „Und es kann sein, dass der Mensch nicht mitbekommt, dass der Hund etwas gefunden hat und es dann doch frisst“, so Johanna Spahr. Besser sei ein sicheres Aus-Signal und dass der Hund lernt, dass es sich nicht lohnt, etwas Fressbares zu finden, weil man es ohnehin nicht fressen darf.

Der beste Schutz vor Giftködern ist es also, als Hundehalter aufmerksam zu bleiben oder ihn davon abzulenken, überhaupt etwas zu fressen. Johanna Spahr: „Wenn du deinen Hund auf deinen Spaziergängen beschäftigst, zum Beispiel mit Apportieren oder Suchspielen, stärkt das nicht nur die Bindung, sondern schützt auch davor, dass dein Hund in Büschen herumschnüffelt. Du hast ihn dabei auch gut im Blick.

Im Notfall kann der Hund einen Maulkorb tragen, um ihn davor zu bewahren, etwas Giftiges zu fressen.

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